Weltmeister Sam Kendricks: In Cottbus gewinnt man nicht einfach so

Stabhochspringer Sam Kendricks (USA) beginnt seine Saison nicht etwa beim Top-Meeting „Istaf Indoor“ in Berlin – nein, er beginnt sie in Cottbus. Nach einer kleinen Pause mit Hochzeit und Flitterwochen gönnt er sich ein paar zusätzliche Trainingstage, um in Cottbus gut in die Saison einsteigen zu können. Im Interview erzählt er, was er sich fürs Springer-Meeting vornimmt.

2017 war ein tolles Jahr für Sie. Sie sind sechs Meter gesprungen, Weltmeister geworden und haben am Ende des Jahres geheiratet. Welches dieser Ereignisse war im Rückblick das beste?
Das ist sehr schwer zu sagen. Das Jahr wurde einfach immer besser. Am Anfang standen die sechs Meter, und am Ende gipfelte das Jahr in einer tollen Hochzeit am 29. Dezember, bei der wir großen Spaß hatten.

Nachdem Sie im vorigen Jahr sechs Meter gesprungen sind, war der Weltmeistertitel für Sie eine logische Folge?
Auf keinen Fall! In London haben vier ehemalige Weltmeister um Gold gekämpft. Es wäre dumm gewesen davon auszugehen, dass ich nur deshalb den Titel hole, weil ich in der Saison bis dahin die beste Höhe vorzuweisen hatte.

Sam Kendricks

Ihr Manager Jeff Hartwig war früher selbst ein Weltklasse-Stabhochspringer und ist in Cottbus gesprungen. Was hat er Ihnen über das Springer-Meeting erzählt?
Nicht nur er – ich habe einige großartige Stabhochspringer über das Springer-Meeting ausgefragt. Alle haben mir gesagt, dass ich überrascht sein werde, wenn ich mir einbilde, dass ich da so ganz nebenbei hoch springen und gewinnen werde…

Was nehmen Sie sich für das Springer-Meeting vor?
Ich beginne die Saison sehr ehrgeizig. Im Training waren dieses Jahr schon ein paar sehr gute Sprünge dabei. Ich will von Anfang an das Beste aus mir rausholen.

Mögen Sie die Hallensaison? Was ist so zeitig in der Saison für Sie drin?
Ja, ich mag sie! Ich musste mich erst daran gewöhnen, seit ich Profi-Stabhochspringer geworden bin. Aber ich denke, seit meiner Silbermedaille bei den Hallenweltmeisterschaften 2016 kann ich mich zu den besten Hallenspringern zählen, die bereit sind für die ganze Bandbreite der Hallenmeetings.

Werfen wir einen Blick auf das Starterfeld beim Springer-Meeting: Wer wird schwer zu schlagen sein?
Über Konkurrenz kann ich mich bei diesem Starterfeld ganz sicher nicht beschweren. Mit dem Weltmeister von 2011, Pawel Wojciechowski, und meinem Langzeitrivalen Piotr Lisek  hatte ich 2017 einige tolle Wettkämpfe. Wir sind alle gute Kumpels, deshalb freue ich mich auf die Herausforderung. Mit Scott Houston ist auch ein Landsmann von mir dabei, also lasst uns auch ein Team-Event draus machen!